Oster-Newsletter Bach Consort Wien 

 

Lebendige Musik? 

 

Gedanken aus dem Musikzimmer

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Speziell in diesen Tagen können wir fühlen, wiesehr uns das Konzert als Ort der Begegnung fehlt. Unsere musikalische Osterfeier mit Bach, oder auch Händel, Vivaldi oder Monteverdi kann heuer nur virtuell stattfinden.

So möchten wir einige Auszüge aus unserer Live-Aufnahme von Bachs h-Moll-Messe aus dem Stift Klosterneuburg und auch einige Gedanken, die uns gerade beschäftigen mit Ihnen teilen. 


 

 

In den 100 Jahren, die vergangen sind, seitdem Musik in Form von Aufnahmen festgehalten werden kann, sind wiederholt Fragen aufgetaucht. Allerdings erscheinen diese heute durch die neuen technischen Möglichkeiten einerseits und andererseits durch die gleichzeitige Unmöglichkeit einander physisch begegnen zu können, in alter und neuer Gestalt mit ungewohnter Schärfe.


Während wir auf die hoffentlich baldige Möglichkeit warten uns wieder im Konzertsaal gegenüberzutreten, erlauben Sie mir bitte einige dieser Fragen neu zu stellen:

Birgt die Corona-Krise eine Chance für die Musik? Wenn ja, worin besteht diese, was müssen wir neu erkennen?

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


 

Vielleicht, dass Display und Lautsprecher oder Kopfhörer doch genügen, damit sich unser Leben mit Musik erfüllt? Ist das direkte, physische Hörerleben von Musik auf Dauer wirklich unersetzlich, oder Ist eine technisch höchstmöglich optimierte Reproduktion oder Übertragung ein Ersatz dafür ?


Kann uns ein Live-Streaming aus dem Konzertsaal (oder gar aus dem Zuhause der Künstler) den Moment, die Unmittelbarkeit vermitteln? Was bedeutet es für uns zu wissen, dass wir dies gleichzeitig mit anderen Menschen, die vielleicht viele Kilometer von uns entfernt sind gemeinsam erleben? Ist der Kontakt zwischen Bühne und Zuhörer für das Erlebnis wirklich entscheidend? Und was hat es auf sich mit der Publikums-Energie im Saal?

 

Weiters, wie wichtig ist denn überhaupt der direkte Kontakt zwischen den Musikern?
Wird das Musizieren mit Kollegen über den Computer, wie es in manchen Musikrichtungen schon lange praktiziert wird, auch für die Klassik eine wichtige, zukunftsbestimmende Kunstpraxis? Oder bleibt es eher eine Spielerei, eine Ersatzhandlung, ein nettes Marketingtool, oder gar nur ein Quarantänenhobby?

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 



 

Wird vielleicht in Zukunft Live-Musik als eine altmodische, verschwenderische Kunstform betrachtet werden? Werden wir die Vergänglichkeit und Einmaligkeit als unersetzbaren Teil ihres Zaubers oder als Verschwendung ansehen?


Diese Fragen sind gar nicht rhetorisch gemeint! In Gesprächen höre ich sehr unterschiedliche Meinungen dazu. 
 

Ich selber bin beispielsweise ein begeisterter Aufnahme-Hörer. Ich liebe Studioproduktionen wie auch Live-Aufnahmen von Konzerten. Ob es ein simultanes Streaming ist oder nicht, ist für mich persönlich beispielsweise viel weniger relevant. 
Jedoch sind mir live-erlebte musikalische Erlebnisse emotional und geistig ganz anders gegenwärtig als jede Aufnahme. Eindeutig.

Wie erleben Sie das? Ihre Meinung dazu würde uns sehr freuen, auf Ihre Ansichten sind wir sehr gespannt!

https://www.bachconsort.com

©2019 by agnes stradner.

Proudly created with Wix.com