Oster-Newsletter vom Bach Consort Wien, April 2020 

 

Lebendige Musik? 

Gedanken aus dem Musikzimmer

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Speziell in diesen Tagen können wir fühlen, wiesehr uns das Konzert als Ort der Begegnung fehlt. Unsere musikalische Osterfeier mit Bach, oder auch Händel, Vivaldi oder Monteverdi

kann heuer nur virtuell stattfinden.


So möchten wir einige Auszüge aus unserer Live-Aufnahme von Bachs h-Moll-Messe

aus dem Stift Klosterneuburg und auch einige Fragen, die uns gerade beschäftigen

mit Ihnen teilen: 


Birgt die Corona-Krise eine Chance für die Musik?

Wenn ja, worin besteht diese, was müssen wir neu erkennen?
Vielleicht, dass Display und Lautsprecher oder Kopfhörer doch genügen, damit sich unser Leben mit Musik erfüllt? Ist das direkte, physische Hörerleben von Musik auf Dauer wirklich unersetzlich, oder Ist eine technisch höchstmöglich optimierte Reproduktion oder Übertragung ein Ersatz dafür?

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Kann uns ein Live-Streaming aus dem Konzertsaal (oder gar aus dem Zuhause der Künstler) den Moment, die Unmittelbarkeit vermitteln? Was bedeutet es für uns zu wissen, dass wir dies gleichzeitig mit anderen Menschen, die vielleicht viele Kilometer von uns entfernt sind gemeinsam erleben? Ist der Kontakt zwischen Bühne und Zuhörer für das Erlebnis wirklich entscheidend? Und was hat es auf sich mit der Publikums-Energie im Saal?

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Weiters, wie wichtig ist denn überhaupt der direkte Kontakt zwischen den Musikern?
Wird das Musizieren mit Kollegen über den Computer, wie es in manchen Musikrichtungen schon lange praktiziert wird, auch für die Klassik eine wichtige, zukunftsbestimmende Kunstpraxis? Oder bleibt es eher eine Spielerei, eine Ersatzhandlung, ein nettes Marketingtool, oder gar nur ein Quarantänenhobby?

 


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Wird vielleicht in Zukunft Live-Musik als eine altmodische, verschwenderische Kunstform betrachtet werden? Werden wir die Vergänglichkeit und Einmaligkeit als unersetzbaren Teil ihres Zaubers oder als Verschwendung ansehen?


Diese Fragen sind gar nicht rhetorisch gemeint! In Gesprächen hören wir sehr unterschiedliche Meinungen dazu. Wie erleben Sie das?

Ihre Meinung dazu würde uns sehr freuen, auf Ihre Ansichten sind wir sehr gespannt!

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